Die Wechseljahre könnten individueller nicht sein. Genetik, Lebenssituation, Lebensstil und Einstellung beeinflussen das persönliche Empfinden dieser Lebensphase.

Ausgelöst durch ein komplexes Konstrukt verschiedener Faktoren der individuellen Lebensumstände, können unterschiedliche Symptome auftreten. Während ein Drittel aller Frauen während dieser Zeit keine Beschwerden haben, ist ein Drittel leicht betroffen und ein Drittel leidet sehr stark unter den Folgen des hormonellen Umschwungs [1].

Die körperlichen Veränderungen in der Lebensphase der Wechseljahre führen häufig dazu, dass einem der eigene Körper fremd wird. Um diese Veränderung greifen zu können, hilft es zu verstehen, was während der Wechseljahre im Körper einer Frau passiert. Das folgende Video erklärt biologisch die Veränderungen im weiblichen Körper:

Die Phasen der Wechseljahre

Bereits einige Jahre vor den Wechseljahren kommt es zu einer hormonellen Veränderung im weiblichen Körper. Diese Phase wird als Prämenopause bezeichnet.
Die Wechseljahre selbst werden von Medizinern in drei aufeinanderfolgende Phasen unterteilt: die Perimenopause, die Menopause und die Postmenopause. In der Perimenopause wird der Zyklus einer Frau immer unregelmäßiger bis er schließlich völlig ausbleibt. Die Menopause umfasst das letzte Jahr der Perimenopause und bezeichnet das Jahr ab dem Zeitpunkt der letzten Periode. Die Postmenopause beschreibt die Zeit danach. [1

Prämenopause

In der Prämenopause beginnen die hormonellen Veränderungen sich im Körper bemerkbar zu machen. Die Monatsblutungen werden unregelmäßiger und häufig ändert sich auch die Intensität und Dauer der Periode.
Da zunächst der Progesteronspiegel sinkt, spüren Frauen oft als erstes die Veränderungen, die mit einem geringeren Progesteronlevel im Körper zusammenhängen. Dazu kann ein Spannungsgefühl in der Brust und Stimmungsschwankungen gehören. Da Progesteron außerdem einen anregenden Effekt auf die Libido hat, kann der Rückgang des Hormons sich durch ein geringeres sexuelles Verlangen spürbar machen.

Perimenopause

Zwei bis acht Jahre vor der letzten Monatsblutung beginnt die Perimenopause [2]. Bei den meisten Frauen startet diese Phase mit Anfang bis Mitte 40.

In der Perimenopause spüren etwa zwei Drittel aller Frauen die Veränderung in ihrem Körper durch leichte bis schwere Beschwerden. Die Intensität und Dauer einzelner Beschwerden ist hierbei sehr individuell.

Die Perimenopause ist geprägt vom Rückgang der beiden Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Der Hormonspiegel sinkt allerdings nicht abrupt und auch nicht gleichzeitig. Durch das wechselnde Verhältnis der Hormone zueinander, verändern sich auch Beschwerden über die Zeit.

Der Progesteronspiegel fällt schneller als der Östrogenspiegel. So kommt es im weiblichen Körper zunächst zu einer sogenannten Östrogendominanz und einem Progesteronmangel. Dieses veränderte Verhältnis der Sexualhormone macht sich bei vielen Frauen durch Wassereinlagerungen, einer verstärkten Produktion von Darmgasen und depressive Verstimmungen bemerkbar.
Nach einer gewissen Zeit ist der Hormonspiegel beider Sexualhormone gering. Typische Beschwerden sind Hitzewallungen, Schlafstörungen und Scheidentrockenheit.

In der nachfolgenden Übersicht haben wir die körperlichen und hormonellen Veränderungen während der Perimenopause im Detail dargestellt:

Falls Du Dir diese Übersicht herunterladen möchtest klicke hier. Für mehr Hintergrundwissen schaue Dir hier eine Übersicht über den weiblichen Zyklus an.

Menopause

Als Menopause wird der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung bezeichnet. Dieser wieder nach 12 Monaten ohne Blutung rückwirkend bestimmt. Das Durchschnittsalter von Frauen in der Menopause ist 51 Jahre. [2,3]
Es gibt allerdings auch Frauen die deutlich früher in die Menopause kommen. Für 5% aller Frauen ist dies zwischen 40-45 Jahren, für 1% (eine von 100 Frauen) vor dem 40. Lebensjahr und für 0,1% (eine von 1000 Frauen) sogar unter 30 Jahren der Fall. Eine sogenannte “vorzeitige Menopause” kann genetisch bedingt oder die Folge eines medizinischen Eingriffs sein. Zu diesen Eingriffen zählen Krebstherapien oder die Entnahme der Eierstöcke, sowie weitere Eingriffe im Bereich der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke. [4,5

Postmenopause

Die Postmenopause ist der neue Normalzustand des Körpers. Der Hormonspiegel ist nun nicht mehr im Wandel und pendelt sich auf einem neuen, niedrigeren Niveau von Progesteron und Östrogen ein.

Nun gilt es zu beachten, dass ein geringerer natürlicher Schutz des Östrogens vorhanden ist und der Körper daher anfälliger gegenüber neuen Krankheiten ist. Außerdem steigt das Risiko für Osteoporose und Diabetes

Das Gute daran ist aber, dass der große Umschwung zu diesem Zeitpunkt vorbei ist und man sich nun auf den Körper und die neue Situation einstellen und einlassen kann. Vor allem durch eine Anpassung des Lebensstils, mit einem Fokus auf gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und emotionales Wohnbefinden, kann in dieser Phase wieder eine neue Balance gefunden und die Zeit als zweite Blüte genutzt werden.

Referenzen

[1] Artikel vom Berufsverband der Frauenärzte e.V. (n.d.): Wechseljahre und Wechseljahrsbeschwerden
[2] Wissenschaftlicher Artikel von Greendale, Lee & Arriola (Februar 1999): The menopause
[3] Wissenschaftlicher Artikel der WHO Scientific Group (1996): Research on the menopause in the 1990’s
[4] Wissenschaftlicher Artikel von Shuster, Rhodes, Gostout, Grossardt & Rocca (2010): Premature menopause or early menopause: Long-term health consequences
[5] Artikel vom Deutsche Menopause Gesellschaft e.V (n.d.): Vorzeitige Wechseljahre

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