Appetitsveränderung in den Wechseljahren

Appetitsveränderung kann bedeuten:

Appetitlosigkeit
Heißhunger
Übelkeit
Dauerhafter Hunger
Veränderte Geschmacksvorlieben
Komischer Geschmack im Mund

Appetitsveränderung in den Wechseljahren: Zwischen Heißhunger und Appetitlosigkeit

Von den vielen Veränderungen, die der hormonelle Umschwung mit sich bringt, bleibt auch die Ernährung häufig nicht verschont. Die Auswirkungen sind für jede Frau unterschiedlich und können sich täglich ändern. Ein Beispiel ist ein ständiger Wechsel zwischen Heißhunger und Appetitlosigkeit. Auch ein wechselndes Verlangen nach süßen Naschereien, salzigen Happen oder Alkohol ist für viele Frauen unangenehm. Dauerhaft veränderte Geschmacksvorlieben sind eine weitere Belastung und können ehemalige Lieblingsgerichte plötzlich ungenießbar machen. Andere Frauen wiederum plagt ein dauerhaftes Völlegefühl im Magen. 

Nicht selten gehen die Wechseljahre zudem mit einer Gewichtsumverteilung oder Gewichtszunahme einher, was die Ernährung zu einem besonders sensiblen Thema machen kann. 

Der Einfluss der Sexualhormone auf die Appetitsveränderung

Die Ursachen für den veränderten Appetit sind vielfältig. Östrogen ist im Körper an der Ausschüttung der Glückshormone Serotonin und Dopamin beteiligt, die das seelische Wohlbefinden beeinflussen. Fehlen sie, so verlangt der Körper nach Stoffen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Dies kann sich im gesteigerten Verlangen nach Naschereien oder Alkohol äußern. Kakao beispielsweise enthält die Aminosäure L-Tryptophan, die Vorstufe von Serotonin, was ein gesteigertes Verlangen nach Schokolade erklären kann. Da der Serotonin und Dopaminspiegel außerdem nachmittags geringer ist, steigt das Verlangen nach Süßigkeiten meist später am Tag. Auch Alkohol schüttet im Körper Glücksgefühle aus. 

Östrogen kurbelt die Ausschüttung von Glückshormonen an. Fällt dies weg, verlangt der Körper nach anderen Stoffen, die ein Glücksgefühl im Körper auslösen können – wie Naschereien oder Alkohol.

Das Absinken des Östrogen- und Progesteronspiegels führt zusätzlich zu einem relativen Überschuss an Testosteron. Dieses setzt im Körper weitere Hormone frei, die den Appetit anregen. Auch ein mit den Wechseljahren einhergehender Schlafmangel kann den Appetit zusätzlich stimulieren.

Stress oder psychische Leiden, die oftmals ebenfalls Begleiterscheinungen sind, können sowohl Appetitlosigkeit als auch Heißhunger verstärken.

Auch weitere Beschwerden der Wechseljahre wie Schlafmangel, Stress und psychische Leiden stimulieren den Appetit.

Mit dem Abfall des Östrogenspiegels im Körper sinkt auch die Produktion der Gallenflüssigkeit. Da diese bei der Verdauung als “Schmiermittel” fungiert, führt ihr Fehlen zu einem verlangsamten Transport und kann so Verstopfungen, Völlegefühl und Übelkeit auslösen.

Auch der Grundumsatz, also der tägliche Energieverbrauch des Körpers, sinkt mit steigendem Alter. Die Muskelmasse, die sonst einen enormen Teil unseres Energieverbrauchs ausmacht, wird abgebaut. Meist kommt erschwerend hinzu, dass auch die tägliche Bewegung nachlässt. Der verringerte Energiebedarf kann dann zur Abschwächung des Appetits führen.